Ein Gedankenexperiment Stellen Sie sich die Szene vor. Sie sitzen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in einem Kreis unbequemer Plastikstühle. Manche kennen und mögen Sie, manche haben Sie gerade erst kennengelernt, und mit manchen würden Sie lieber in Karbonit eingefroren werden, als mehr als unbedingt nötig mit ihnen zu reden. Sie hören einer Vorgesetzten zu, die über Konflikte mit Kunden spricht: wie man die Anzeichen erkennt und mögliche Probleme deeskaliert.
Sie rutschen auf Ihrem Stuhl hin und her, und gerade als Sie gedanklich abschalten, durchschneidet ein Wort das Gemurmel wie eine Ohrfeige: „Rollenspiel“.
Ihr Kopf fährt herum, Sie starren Ihre Vorgesetzte an, und auf Ihrer Stirn bilden sich Schweißperlen. Alles, nur kein Rollenspiel. Ihr Blick huscht durch den Raum, und Sie sehen in den Gesichtern, die Sie anstarren, dasselbe Entsetzen und dieselbe Übelkeit. Ihre Vorgesetzte strahlt. „Wer möchte anfangen?“, fragt sie, als würde sie ein bunt verpacktes Geschenk anbieten und nicht die Gelegenheit, sich vor einem Raum voller Menschen zu blamieren. „Kommen Sie nach vorn, damit alle zusehen und Feedback geben können.“ Danke, aber nein danke.
Das Problem mit Rollenspielen Viele von uns verbinden Rollenspielübungen mit Peinlichkeit und Unbehagen. Aus meinen Gesprächen mit Unternehmen weiß ich, dass dieses Gefühl bei Mitarbeitenden der Gen Z am weitesten verbreitet ist: Für sie gibt es kaum etwas Schlimmeres, als sich vor einem Raum voller Kolleginnen, Kollegen und Gleichaltriger womöglich lächerlich zu machen. Trotzdem sind Rollenspiele in L&D nach wie vor ein beliebtes Instrument.
Hier gehe ich der Frage nach, warum Rollenspiele die Gen Z so abschrecken und wie wir mit KI die Vorteile von Rollenspielen nutzen können, ohne den „Fremdschäm“-Faktor.
Warum werden Rollenspiele in L&D eingesetzt? Rollenspiele sind eine etablierte Methode in L&D. Lernende üben dabei, auf ungewohnte Szenarien zu reagieren, indem sie sich aktiv an ihrem Lernen beteiligen.
Insgesamt sind Rollenspiele eine wirksame Lehrmethode¹. Lernende müssen ihr theoretisches Wissen anwenden, um Probleme „aus dem Stegreif“ zu lösen. Das stärkt ihre Entscheidungsfähigkeit und verbessert, wie gut sie Informationen behalten.
Warum lehnt die Gen Z Rollenspiele so ab? Rollenspiele sind zwar ein wirksames Mittel, um neue Fähigkeiten zu üben, doch für viele Menschen lösen sie blankes Entsetzen und Scham aus. Dieses Gefühl ist nicht der Gen Z vorbehalten, scheint aber bei jüngeren Generationen häufiger zu sein.
Dafür kann es viele Gründe geben. Vielleicht liegt es daran, dass diese Generation in der Welt der sozialen Medien aufgewachsen ist, in der jeder jederzeit beobachten und beobachtet werden kann. Die Zeiten, in denen man in den eigenen vier Wänden ein peinlicher Teenager sein konnte, sind vorbei – im digitalen Zeitalter kann jeder die Beweise für unsere peinlichsten Selfies und Facebook-Status ausgraben. Hat das Wissen, ständig beobachtet zu werden, die Unsicherheit der Gen Z verstärkt?
Muss die Gen Z einfach „darüber hinwegkommen“? Was auch immer der Grund für die starke Scham der Gen Z bei Rollenspielen ist: Es reicht definitiv nicht, wenn Unternehmen ihr sagen, sie solle die Zähne zusammenbeißen und trotzdem mitmachen. Erstens kann starker Stress die Konzentration beeinträchtigen und es erschweren, Informationen zu verarbeiten und zu behalten². Lernende in Situationen zu bringen, die sie stressen oder verunsichern, führt also schlicht nicht zum gewünschten Lernerfolg.
Bedenken Sie außerdem, dass die Gen Z grob gesagt eine wertegetriebene Generation ist³. Sie will für Unternehmen arbeiten, die zu ihren persönlichen Werten passen, ihr zuhören und Flexibilität bieten. Wenn Unternehmen jüngere, wache Talente gewinnen und halten wollen, müssen ihre Praktiken zu dem passen, was die Gen Z sucht. In vielen Fällen bedeutet das: Rollenspielübungen streichen und eine Lösung finden, hinter der alle Mitarbeitenden stehen können.
Eine virtuelle Lösung Was Learning & Development Manager brauchen, ist eine Trainingslösung, die alle Vorteile von Rollenspielübungen bietet, etwa aktive Beteiligung und Entscheidungen aus dem Stegreif, aber ohne Druck und Stress. Genau hier macht simulations- und spielbasiertes Training einen echten Unterschied. Wir können virtuelle Szenarien und interaktive Avatare erstellen, mit denen Lernende live sprechen und so ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten in einem realistischen, aber entspannten Umfeld üben.
Künstliche Intelligenz, echte Wirkung Die KI-gesteuerten Avatare von Attensi bieten Lernenden ein interaktives Erlebnis, das völlig frei und ohne Skript abläuft. Dialoge und Reaktionen wirken echt, sodass Mitarbeitende ganz in ihr Training eintauchen. Dieses Maß an Engagement und aktiver Beteiligung ist ein zentraler Bestandteil unseres Modells der Verhaltensänderung .
Ein sicherer Ort zum Scheitern Spielbasiertes Training bietet lebensechte, risikofreie Szenarien, in denen Nutzer neue Fähigkeiten aufbauen, ohne sich wie im Rollenspiel von Angesicht zu Angesicht für Fehler schämen zu müssen. Diese psychologische Sicherheit⁴ gibt Lernenden die Chance, Selbstvertrauen aufzubauen, bevor sie ihre Fähigkeiten in der Praxis erproben. Wie ein sicherer Ort zum Scheitern in der Praxis funktioniert, lesen Sie in unserer Erfolgsgeschichte mit Hiscox .
Sofortiges Feedback Mit KI in simulierten Rollenspielen erhalten Lernende außerdem sofortiges, personalisiertes Feedback: Sie können nicht nur gefahrlos scheitern, sondern auch aus ihren Fehlern lernen und es erneut versuchen. Spielbasiertes Training erlaubt so viele Wiederholungen, wie es im klassischen Rollenspiel von Angesicht zu Angesicht nicht machbar wäre. So haben Lernende den Raum, ihre Fähigkeiten bis zur Meisterschaft zu üben.
Grenzenlose Möglichkeiten Mit spielbasiertem Training können Lernende Übungen nicht nur immer wieder wiederholen, Unternehmen können ihre Lösungen auch flexibel so weit skalieren, wie sie es brauchen. Erstellen Sie mit dem Content-Erstellungstool von Attensi so viele virtuelle Szenarien, wie Sie benötigen, um Mitarbeitende auf allen Ebenen zu schulen: vom Onboarding neuer Kräfte bis zur Entwicklung des oberen Managements.
Jede Generation hat ihre eigenen Trends, Eigenheiten und Vorlieben. Statt sie zu ignorieren und auf Besserung zu hoffen, müssen sich Unternehmen an die Bedürfnisse ihrer Belegschaft anpassen. Dank der Fortschritte im spielbasierten Training können Learning & Development Teams alle Stärken des Rollenspiels bieten, plus zusätzliche Vorteile. So fühlen sich alle wohl und lernen wirksamer.
Ich freue mich darauf, dass künftig mehr Unternehmen ihren Mitarbeitenden zuhören und Lern- und Entwicklungsangebote schaffen, die fesseln, motivieren und wirken.