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Insights

Die digitalen Trends, die NHS-Mitarbeitenden den Schlaf rauben

Wie Digitalisierung und KI den NHS verändern – und was die Zukunft für Mitarbeitende und Patienten gleichermaßen bereithalten könnte.

Zu Beginn des Jahres 2025 hatten wir das Glück, mehrere Veranstaltungen zu besuchen, auf denen NHS-Mitarbeitende offen darüber gesprochen haben, wie technologische Fortschritte ihre Arbeitsweise verändern und was sich am Horizont abzeichnet. In unseren Gesprächen mit Menschen aus dem NHS sind in den letzten drei Monaten mehrere Themen immer wieder aufgekommen: was beunruhigt, was begeistert und welche Einführungen noch bevorstehen.

Wir wollten uns die digitalen Trends im NHS genauer ansehen – und was die Zukunft für die traditionsreiche Institution bereithält.

Digitalisierung

Der NHS Long Term Plan sieht vor, dass digital gestützte Versorgung bis 2029 im gesamten NHS zum Standard wird, und in vielen Bereichen ist das bereits zu beobachten. Der Electronic Prescription Service (EPS) wurde 2019 eingeführt: 2021/22 wurden 95% der Rezepte in der Primärversorgung elektronisch ausgestellt, und 95% der NHS-Mitarbeitenden erwarten, ihre digitalen Fähigkeiten in den nächsten 5 Jahren auszubauen.

Andere digitale Neuerungen haben sich über einen längeren Zeitraum durchgesetzt. Das Chelsea and Westminster Hospital gehörte 1999 zu den ersten NHS Trusts, die eine elektronische Patientenakte (Electronic Patient Record, EPR) einführten. 2022 hatten dagegen erst 20% der NHS Trusts eine EPR nach dem Standard von NHS England im Einsatz.

Warum verläuft die Digitalisierung im NHS derzeit so uneinheitlich?

Zwar sind sich 97% der Mitarbeitenden einig, dass Technologie das Potenzial hat, den NHS zu unterstützen, und 93% möchten ihre digitalen Fähigkeiten verbessern. Doch 40% geben an, noch keine Schulung zu digitalen Fähigkeiten erhalten zu haben.

Natürlich ist Zeit im NHS ein kostbares Gut: 48% der Mitarbeitenden berichten, dass sie bei der Arbeit keine Zeit für Trainings haben. Genau dieses Thema haben wir in diesem Jahr bei unseren Begegnungen mit NHS-Mitarbeitenden immer wieder gehört. Wie lässt sich die Entwicklung von Fähigkeiten priorisieren, ohne Zeit für die Patientenversorgung zu opfern?

Eine nennenswerte Minderheit der Mitarbeitenden steht der Digitalisierung zudem weiterhin skeptisch gegenüber und misstraut der Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit oder Sicherheit neuer Lösungen. Das gilt auch für die laufende Einführung der Online-Registrierung bei Hausarztpraxen (GP): Die meisten NHS-Mitarbeitenden begrüßen sie als lang ersehnte Zeitersparnis, einige haben jedoch Bedenken hinsichtlich Effizienz und Identitätsprüfung geäußert.

Wo Trusts die Digitalisierung aktiv vorantreiben, haben wir jedoch bereits positive Ergebnisse gesehen. NHS Northwest hat sich vor über drei Jahren für Attensi-Training entschieden und verzeichnet seitdem eine deutliche Wirkung.

Künstliche Intelligenz

In den letzten Jahren hat KI fast jede Branche erfasst. Der NHS ist keine Ausnahme.

Derzeit testen verschiedene Trusts KI in Bereichen wie der Diagnostik sowie bei administrativen, automatisierten und repetitiven Aufgaben. Dennoch herrscht rund um KI noch große Unsicherheit, und der NHS räumt ein, dass der Einsatz dieser Technologie im Arbeitsalltag mit gewissen Risiken verbunden ist.

Einerseits wird argumentiert, dass KI medizinischem Fachpersonal (HCPs) mehr Zeit für die Patienten verschafft und Verwaltungsaufwand spart. Andererseits befürchten manche, dass zu viel Vertrauen in KI zu klinischer Fahrlässigkeit oder mangelndem kritischem Denken führen könnte.

Die Herausforderung wird sein, KI-Technologie so in den NHS zu integrieren, dass sie medizinisches Fachpersonal dabei unterstützt, seine Arbeit effektiver zu erledigen – und mehr Zeit für die oberste Priorität freimacht: die Patientenversorgung.

Bedenken beiseite: Laut McKinsey ist die Zahl der Gesundheitsdienstleister, die KI eingeführt haben, zwar noch gering, doch 60% von ihnen verzeichnen bereits einen positiven ROI oder erwarten ihn in Kürze.

Letztlich ist KI nur der nächste Schritt einer technologischen Entwicklung, von der der NHS in seinen mehr als 75 Jahren erheblich profitiert hat. So wie elektronische Patientenakten durch die zentrale Speicherung digitaler Daten die Effizienz der Patientenversorgung gesteigert haben, könnte KI diese Effizienz weiter erhöhen und medizinischem Fachpersonal Zeit verschaffen, um den Patienten wirklich zuzuhören und ihre Bedürfnisse zu verstehen.

Wie geht es weiter?

Die jüngste Nachricht, dass NHS England nun innerhalb von zwei Jahren aufgelöst wird, sorgt bei den digitalen Führungskräften der Branche für gemischte Gefühle.

Befürworter der Veränderung sagen, dass der Abbau doppelter Abteilungen die Effizienz des Gesundheitsdienstes spürbar verbessern könnte. Viele sind optimistisch, dass dieser stärker zentralisierte Ansatz im NHS zu mehr digitaler Einheitlichkeit zwischen den einzelnen Trusts führt – und damit zu einem einheitlicheren Erlebnis für Patienten überall.

Es gibt jedoch auch Befürchtungen, dass der Kurs der Regierung den NHS zum „politischen Spielball“ macht und ihn in einem Dauerzustand aus Reformen und Veränderungen hält. Zudem gibt es Bedenken, dass dieser gewaltige Umbruch den Fortschritt auf dem Weg von analog zu digital bremsen wird.

So oder so werden viele großartige Menschen, die ihre Karriere dem Erfolg von NHS England gewidmet haben, nach neuen Aufgaben und Möglichkeiten suchen. Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen bestmöglich zu nutzen, wird für jeden künftigen Erfolg entscheidend sein.

Wenn Sie Fragen zur Digitalisierung oder zu KI im Gesundheitswesen haben, helfen wir Ihnen gerne weiter. Wenn Sie mit unserem Team sprechen möchten, können Sie jetzt einen Termin buchen.

Quellen

NHS (2019) NHS Long Term Plan, Chapter 5. https://www.longtermplan.nhs.uk/online-version/chapter-5-digitally-enabled-care-will-go-mainstream-across-the-nhs/

The Pharmaceutical Journal (2023). ‘Groundbreaking’ electronic prescription service rolled out in six NHS hospital trusts. https://pharmaceutical-journal.com/article/news/groundbreaking-electronic-prescription-service-rolled-out-in-six-nhs-hospital-trusts

NHS Digital Academy (2024). Learners’ needs. https://www.scwcsu.nhs.uk/case-studies/understanding-the-digital-learning-needs-of-the-nhs-workforce-in-england

NHS England (2019). Creating a blueprint for a new electronic patient record system. https://digital.nhs.uk/blog/transformation-blog/2019/creating-a-blueprint-for-a-new-electronic-patient-record-system

Digital Health (2023). EPR frontline digitisation target declared “unachievable”. https://www.digitalhealth.net/2023/07/epr-frontline-digitisation-target-declared-unachievable/

NHS England (2024). Improving the NHS’s most fundamental process. https://digital.nhs.uk/features/improving-the-nhss-most-fundamental-process

The impact of Artificial Intelligence (AI) | Workforce, training and education | NHS England (o. J.). https://digital-transformation.hee.nhs.uk/building-a-digital-workforce/dart-ed/horizon-scanning/ai-and-digital-healthcare-technologies/introduction/the-impact-of-ai.

Understanding healthcare workers confidence in AI | Workforce, training and education | NHS England (o. J.). https://digital-transformation.hee.nhs.uk/building-a-digital-workforce/dart-ed/horizon-scanning/understanding-healthcare-workers-confidence-in-ai.

Lamb, J. (2024) Generative AI in healthcare: Adoption trends and what’s next. https://www.mckinsey.com/industries/healthcare/our-insights/generative-ai-in-healthcare-adoption-trends-and-whats-next.

Autor

Abid Hussain nachts im Freien, mit Schal zwischen Lichterketten
Abid HussainSenior Business Development Representative | Attensi

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